Schwedische Provider unterlaufen zunehmend IPRED-Gesetz
Seit kurzem gilt in Schweden ähnlich wie in Deutschland ein Gesetz, das den Rechteinhabern einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegen die Provider gibt, um anhand der IP-Adresse an die Identität von Filesharern zu gelangen. Dieses auf einer EU-Richtlinie basierende Gesetz hat nicht nur in der schwedischen Gesellschaft Widerstände hervorgerufen, den schwedischen Internettraffic einbrechen lassen und die Betreiber der Piratenbucht zur Gründung eines eigenen VPN-Dienstes veranlasst, jetzt wehren sich auch die Provider dagegen.
Dabei nutzen sie den Umstand, dass in Schweden im Gegensatz zu Deutschland noch keine Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung der Verbindungsdaten besteht und speichern dieses demzufolge einfach nicht. All Tele und Bahnhof hatten dies schon vor kurzem angekündigt, mit Tele2 hat sich dem nun auch einer der größeren schwedischen Provider angeschlossen. Mit der Maßnahme will Tele2 beispielsweise den Schutz der Privatsphäre der Kunden stärken, denn nicht vorhandene Daten kann man auch nicht herausgeben.
Dennoch haben sich dem noch nicht alle Provider angeschlossen. Der schwedische Parlamentsabgeordnete Karl Sigfrid beispielsweise erhielt auf seine Anfrage nach einem Speicherungsstopp eine Ablehnung seitens seines Providers Bredbandsbolaget mit der Begründung, die Speicherung der Daten diene der Sicherheit der Kunden. Mit Telia soll sich ein weiterer größerer Provider ähnlich positioniert haben.
(via heise)
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