Statt Egoshootern soll jetzt Paintball verboten werden

Nach einem Amoklauf beginnt üblicherweise die extrem populistische Suche nach schnellen Lösungen und einfachen Erklärungen. Auch nach dem Amoklauf von Emsdetten wurden schnell wieder Egoshooter verantwortlich gemacht und reflexartig Verbote gefordert. Nun will die Bundesregierung das Waffenrecht verschärfen und unter anderem ein bundesweites Waffenregister einführen, Waffenschränke mit biometrischen Systemen sichern und verdachtsunabhängige Kontrollen bei Waffenbesitzern einführen. Etwas überraschend, wenn auch nicht völlig unerwartet: Statt Egoshootern sollen jetzt Freizeitspiele wie Paintball oder Laserdrome verboten werden.

In beiden Fällen handelt es sich um Spiele, die Kampfszenarien* mit Kunststoffwaffen nachstellen und im Team gespielt werden. Bei Paintball werden Treffer dabei durch auftreffende Farbkügelchen angezeigt und bei Laserdrome durch eine Weste, die Treffer registriert. Die Regierungspolitiker bezeichnen diese nun als “Tötungssimulationen” und wollen die Spiele nicht nur verbieten, sondern auch Zuwiderhandlungen mit hohen Strafen belegen.

Die besagten Änderungen sollen noch diesen Monat und damit vor der Bundestagswahl im Bundestag eingebracht werden.

*Bitte beachtet zu dieser Aussage auch die Diskussion in den Kommentaren.
(via heise)

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9 Kommentare

  1. Franzose:

    “In beiden Fällen handelt es sich um Spiele, die Kampfszenarien mit Kunststoffwaffen nachstellen und im Team gespielt werden.”

    Es werden keineswegs “Kampfszenarien” nachgestellt.
    Bitte schau dir auf youtube mal ein paintballspiel an (suchbegriff: dpl | zweiter treffer)
    bevor du solche Äußerungen triffst.

    Gruß

  2. bed:

    Wie ist es eigentlich mit Räuber und Gendarm und Cowboys und Indianer? Werden die “Ausübenden” 5 jährigen auch wegen Marter und “Tötungssimulationen” belangt?

  3. Netzpirat:

    Zitat:

    In beiden Fällen handelt es sich um Spiele, die Kampfszenarien mit Kunststoffwaffen nachstellen…

    Ist leider falsch, und genau in dieser falschen Annahme liegt auch das Problem bei dem Verbot. Paintball stellt keine Kampfszenen nach, dieser Irrglaube sollte endlich mal verschwinden…

  4. Helmut:

    @Netzpirat & Franzose: Welche Beschreibung würde es eurer Meinung nach besser treffen? Ich habe mir jetzt mal so ein Paintball-Video angeschaut und bin nach wie vor der Meinung, dass dort gekämpft wird. Zwar mit Plastikwaffen und Farbkügelchen und vor sportlichem Hintergrund, aber bei mir hinterlässt das nach wie vor den Eindruck.

  5. Franzose:

    Dort wird genauso um Punkte gekämpft.
    Wie im Fussball um Tore und beim Fechten um Punkte.

    Ich hab erlich gesagt keine Ahnung wo du dort ein Kampfszenario siehst.

    Ich hab selbst jahrelang aktiv Paintball in der Deutschen Paintball Liga gespielt (derzeit wegen Ausbildung paussiert) und mir kam es nie so vor, als simulieren wir irgend ein Kampfszenario (stürmen eines Gebäudes etc.).

    Es ging eigentlich nur um die Jagd nach siegen.

  6. Franzose:

    Hier ich nochmal.
    Ich will dich jetzt nicht “erleuchten” etc.
    Nur will ich das man gut über Dinge nachdenkt über die man berichtet oder “negativ” schreibt etc.

    Darum schau dir doch nochmal kurz den Bericht von SpiegelTV an
    Danke

    http://www.spiegel.de/video/video-1001589.html

  7. Netzpirat:

    Ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen Helmut, und ich muss auch sagen das nur die Videos nicht unbedingt gut geeignet sind deine Meinung zu ändern. Es sieht zwar vielleicht anders aus als man sich das vorstellt, aber was man dort z.B. nicht sieht sind Szenen nach dem Spiel und ausserhalb des Spielfeldes. Würde es dort im Kämpfe gehen wäre mit Sicherheit mehr Agrression dahinter, und die kann man nunmal nicht am Netz abstreifen wie die Konzentration die man z.B. im Spiel hat.
    Um ein vollständiges Bild zu bekommen müsste man sich das wirklich mal live ansehen, aber dafür Zeit und Geld (Sprit) zu opfern kann man nunmal nicht verlangen, ist auch ok so.
    Von daher kann ich eigentlich nur bitten das man mehr den positiven Berichten Glauben schenkt als den negativen, denn die negativen sind meistens nur für die Quote so gemacht, im Bild-Style.
    Leider hab ich gerade keinen Videobeweis, aber das man Spiele auch gewinnen kann ohne alle Gegner zu treffen ist in letzter Zeit, z.B. gestern noch, öfter vorgekommen. Ist zwar eher die Ausnahme, denn wenn kein Gegner mehr auf dem Feld ist, kann einem auch keiner mehr den Sieg streitig machen, aber das es nicht darum geht alle Gegner “abzuschiessen” wie es oft heisst, zeigt das ganz deutlich.
    Vielleicht finde ich noch ein passenden Video, dann reich ich das gerne nach, genauso wie der Franzose und ich gerne alle Fragen beantworten, egal wie unbequem die auch sind, denn darin liegt eigentlich das Hauptproblem. Wir werden das Kriegsspiel-Image nicht los weil keiner mehr genauer nachfragt…
    PS: Wir haben keine Plastik-Markierer, das ist Aluminium, möglichst so verarbeitet das es NICHT wie eine echte Waffe aussieht. An gewissen technischen Grundlagen wie Griff, Abzug und Lauf kann man nunmal nichts ändern.

  8. Helmut:

    OK, so langsam verstehe ich, worum es euch geht. Ich wollte mit diesem Blogeintrag keineswegs die verbreiteten Vorurteile gegen den Sport schüren, sondern einigermaßen neutral über die Tatsache berichten, dass er verboten werden soll.

    Ich habe jetzt im Artikel nochmal auf die Kommentare hingewiesen, damit sich das jeder nochmal durchlesen kann und werde in Zukunft versuchen, meine Worte in dem Zusammenhang vorsichtiger zu wählen.

    Wenn sich mal die Gelegenheit bietet (was hoffentlich der Fall sein wird, weil das Verbot nicht durchkommt) werde ich mir gerne auch mal ein Paintball-Match anschauen.

  9. Gamer Wischo:

    Sowas macht mich zornig. Absolut hirnrissige Entscheidung! Wo hatte der Amokläufer seine Mordwerkzeuge her? Aus dem Paintballschrank seines Vaters? Nein! Aus dem Waffenschrank, da sein Vater Mitglied im Schützenverein war! Also sollen lieber die Schützenvereine verboten werden.

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