Archive for the ‘Allgemein’ Category.

Prozess gegen Jörg Tauss beginnt am 18.Mai

Wie dieser selbst über Twitter bestätigt, wird der Prozess gegen den ehemaligen SPD-Politiker und Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss wegen des Vorwurf des Besitzes kinderpornographischer Dateien am 18.Mai vor dem Landgericht Karlsruhe beginnen.

Zu den genauen Hintergründen der Ermittlungen gegen den mittlerweile zur Piratenpartei übergetretenen Politiker möchte ich an dieser Stelle auf meine vergangenen Blogeinträge verweisen.

Je nachdem, ob man dem ORF oder heise glaubt, sind vier oder fünf Verhandlungstage angesetzt.

Coming soon: Urteil zur Vorratsdatenspeicherung

Einer Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts zur Folge wird der Mammutprozess rund um die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung in Kürze ein Ende finden. Am 2.März dieses Jahres soll um 10 Uhr das Urteil der Verfassungsrichter verkündet werden.

Welches Ergebnis ich mir dabei erhoffe, muss ich wohl nicht nochmals erwähnen. Sofern das Urteil nicht vorzeitig geleakt wird, dürfen wir gespannt auf den Tag warten. Es ist jedoch relativ wahrscheinlich, dass sich nach dem Urteil beide Seiten mehr oder weniger in ihrem Standpunkt bestätigt fühlen.

Das Windows-Update und das BSoD-Rootkit

Vor kurzem veröffentlichte Microsoft einen Patch zur Behebung eines Fehlers in der Virtuale DOS Machine, der bei einigen Computern zu einem Bluescreen beim Hochfahren und einem sofortigen Neustart führte. Zwar ließ sich der Patch mittels Recovery-CD manuell wieder entfernen, aber diese Variante ist nach meiner Einschätzung nur für etwas versierte Computerbenutzer ein gangbarer Weg, unter Umständen installiert sich das Update automatisch wieder und das Ganze geht von vorne los.

Kurz darauf verbreitete sich das Gerücht, dass eine Rootkit-Infektion für die Fehlfunktion im Zusammenhang mit dem Update verantwortlich wäre.

Da auch ein von mir betreuter Windows XP-Rechner (bei den anderen sind keine automatischen Updates aktiviert, das kann einem auch mal Ärger ersparen, wie man hier sieht) von dem Problem betroffen war, war ich natürlich zunächst besorgt und unterzog den Rechner einem eingehenden Scan nach Malware. Letzendlich stellte sich die gesamte Windows-Installation – vor allem aber auch die betroffene Datei atapi.sys – als sauber heraus.

Ein einziger Rechner reicht natürlich noch nicht aus, um eine sichere statistische Aussage zu treffen. Ich gehe allerdings davon aus, dass ein Rootkit nicht die einzige mögliche Ursache für die Fehlfunktion im Zusammenhang mit den Patch ist und somit nicht jeder Rechner, bei dem das Problem auftritt, automatisch infiziert sein muss, wie das aber leider immer öfters dargestellt wird.

Links der Woche

Tinyogg: Webseite befreit Youtube-Videos

Auch wenn mittlerweile mit dem Video-Element aus grundsätzlich eine Möglichkeit besteht, Videos direkt im Browser wiederzugeben, setzt die nach wie vor weltweit beliebteste Video-Webseite Youtube wie viele weitere nach wie vor auf die Einbindung von Videos per Flash-Plugin. Auch wenn diese Möglichkeit für viele Nutzer funktioniert, basiert sie jedoch nicht auf offenen Standards und lässt Menschen, die kein Flash-Plugin benutzen können oder wollen außen vor.

Eine interessante Alternative zu diesem Modell bietet seit kurzem die Webseite Tinyogg.com. Dort kann man die URL eines beliebigen Youtube-Videos angeben, das dann automatisiert heruntergeladen und konvertiert wird und anschließend zur direkten Wiedergabe in einem kompatiblen Browser, dem Download auf den eigenen Rechner oder das Einbetten in die eigene Webseite zur Verfügung steht. Die Konvertierung geht abhängig von der Anzahl noch in der Warteschlange vorhandener Videos unterschiedlich schnell vonstatten und produziert Videos von relativ hoher Qualität, vorausgesetzt das Quellvideo liegt in entsprechender Qualität vor.

Der Dienst setzt auf eine Zahl vorhandener freier Software auf, der Quellcode soll den Angaben auf der Webseite zufolge “so bald wie möglich” veröffentlicht werden, so dass das Konzept dann für eigene Zwecke adaptiert und weiterentwickelt werden kann.

Wordpress 2.9 ist da

Nach einer etwas längeren Entwicklungszeit haben die Entwickler heute das nächste Update für die Blogsoftware Wordpress veröffentlicht. Da meine Versuche, das Blog in Drupal zu importieren, bisher leider nicht besonders erfolgreich verlaufen sind und keine andere Alternative (s9y erfüllt meine Anforderungen nicht) in Sicht ist, habe ich beschlossen, ohne grundsätzliche Notwendigkeit auf die neueste Version upzudaten, da künftige Sicherheitsupdates wahrscheinlich darauf aufbauen werden und ich das System vorerst nicht selber Patchen möchte.

Für mich hauptsächlich interessant sind in dieser Version der neu eingebaute “Papierkorb”, über den man gelöschte Artikel wiederherstellen kann und die eingebauten rudimentären Bildbearbeitungsfunktionen, auch wenn ich mich bei Letzteren ernsthaft frage, was das in einer Blogsoftware zu suchen hat. Weiterhin neu eingebaut wurden beispielsweise Artikelbilder, eine neue Methode zum einbinden von Videos und die Möglichkeit zur Massenaktualisierung der Plugins. Eine vollständige Liste der neuen Features findet sich im Entwicklerblog oder in der deutschen Übersetzung bei Wordpress Deutschland. (dort findet man auch wie üblich die aktuelle deutschsprachige Version und die Sprachdatei)

Soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, ist das Update in meinem Blog absolut reibungslos verlaufen und auch alle Plugins arbeiten mit der neuen Version wie gewohnt zusammen. Oberflächlich bemerkt man zunächst auch keine großartigen Veränderungen, der Großteil der Änderungen scheint also seine Arbeit unter der Haube zu verrichten.

Google Wave: Revolution, Evolution oder reiner Hype?

Schon vor einiger Zeit gingen Gerüchte durch die unterschiedlichen Kanäle des Internets, dass Google am “nächsten großen Ding” namens Wave arbeite und das so ziemlich die beste Erfindung seit geschnitten Brot wäre. Wave hat also schon vor dem Start der teilöffentlichen Betaphase einiges an Vorschusslorbeeren geerntet, auch wenn einem zu diesem Zeitpunkt kaum Jemand erklären konnte, was Wave genau eigentlich ist. Nachdem vor Kurzem die Betaphase gestartet ist und diese ähnlich wie bei gmail über Einladungen teilöffentlich gestartet wurde, habe ich das zum Anlass genommen, mir Wave mal genauer anzusehen.

Google versucht mit Wave eine Verschmelzung von bekannten Kommunikationsmöglichkeiten wie Email, Chat, Foren, Wikis und weitere basierend auf XML und dem XMPP-Protkoll. Logt man sich bei Google Wave ein, (was momentan nur mit einer Einladung und einem Google-Konto möglich ist) kriegt man zunächst eine dreispaltige, ziemlich übersichtlich gestaltete Oberfläche zu sehen, die zunächst an einen Emailclient erinnert. Die sonst auch bei Emails üblichen Ordner sind vorhanden und in der unteren linken Leiste befindet sich eine Kontaktliste, wie man es von Chatprogrammen kennt.

Um nun mit der Benutzung von Wave zu beginnen, muss man zunächst eine neue “Wave” öffnen, idealerweise selbstverständlich mit einem oder mehreren Gesprächspartern. Darin kann man dann Nachrichten schreiben, die nahezu in Echtzeit auch beim Empfänger der Nachricht Zeichen für Zeichen erscheinen. Um solche Funktionen umzusetzen ist natürlich ein exzessiver Gebrauch von Javascript erforderlich, was die Sache auch manchmal etwas zäh werden lässt und zu Kompabilitätsproblemen führt, so funktioniert die aktuelle Version beispielsweise nicht im Internet Explorer, empfohlen werden Firefox, Chrome oder Safari in der jeweils aktuellen Version. Neben dem normalen eingeben von formatiertem oder unformatieretemText unterstützt Google auch beispielsweise das einbinden von Bildern oder Youtube-Videos.

Um zu antworten kann man beispielsweise den Post editieren, direkt darauf antworten oder auch eine neue Nachricht in die Wave schreiben. Je nach persönlicher Nutzungsweise hat man so eine längere Konversation mit langen Nachrichten, Chatähnlich kurze Antworten oder einen Usenet-ähnlichen Threadbaum. Jede einzelne Änderung in der Wave kann man sich dann auch noch in einem “Replay”-Modus im chronologischen Verlauf anzeigen lassen.

Somit vereint Google Wave also tatsächlich die Funktionalität zahlreicher Dienste in sich, vom Adressbuch eines Emailclients über die Echtzeitkommunikation von Instant Messengern bis hin zur Editierbarkeit von Wikis und stellt damit aus meiner Sicht eine extrem flexible Kommunikationsmöglichkeit dar. Natürlich ist aber wie immer nicht alles Gold, was glänzt. Aus meiner Beschreibung kann man ja schon entnehmen, dass jedes einzelne Detail der Kommunikation auf dem Google-Server gespeichert wird und man komplett die Kontrolle über seine Daten verliert, was auch schon beispielsweise vom BSI kritisiert wurde.

Da Wave grundsätzlich auf freier Software und freien Protokollen basiert, wird es zwar in absehbarer Zeit möglich sein, eigene Wave-Server zu betreiben und damit die Situation etwas zu entschärfen, jedoch ändert das am Grundproblem der serverseitigen Speicherung zahlreicher Daten nichts.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass Google Wave einen durchaus sinnvollen und vor allem sehr flexiblen Ansatz zur Kommunikation im Internet darstellt. Der Mehrwert ist jedoch aus meiner Sicht nicht so groß, dass es sich lohnen würde, von anderen Möglichkeiten auf Wave umzusteigen und die momentan vorhanden Datenschutzprobleme machen es zumindest für mich generell unattraktiv. Auch stellt sich mir die Frage, ob es tatsächlich nötig ist, die momentan verwendeten Technologien für eine alles erschlagende Lösung wie Wave aufzugeben oder ob eine clientseitige Vereinigung wie beispielsweise im (leider noch unausgereiften) Mozilla Raindrop nicht vielversprechender wäre.

Rick Falkvinges offener Brief an die Musikindustrie

Rick Falkvinge, Vorsitzender der schwedischen Piratenpartei, war kürzlich bei einer Podiumsdiskussion auf der Musikindustrie-Konferenz “In The City” in Manchester zu Gast und diskutierte mit verschiedenen Industrievertretern und brachte dabei auch seinen Vorschlag einer Begrenzung der kommerziellen Verwertungsrechte auf 5 Jahre in Spiel. Die Reaktionen darauf waren erwartungsgemäß nicht unbedingt überwiegend positiv und reichten bis zu einem Ausruf von Dave Smith, der wütend erklärte: “Wenn wir im Mittelalter wären, würde ich Sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen”. (sinngemäße Übersetzung aus dem Englischen)

Auf diese und andere Anfeindungen seitens der Musikindustrie reagiert der schwedische Pirat nun mit einem offenen Brief, in dem er seine Sichtweise darlegt. Da nach einer Übersetzung des englischen Textes ins Deutsche gefragt wurde, habe ich mich bemüht, den Text zu übersetzen:

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Überwachungskameras in der Unterführung

Wenn man von Überwachungskameras hört, denkt man oft zunächst an London – die inoffizielle Hauptstadt der Überwachung -, Kaufhäuser oder andere große Städte weltweit. In meiner Heimatgemeinde Hirschaid hätte ich damit jedoch zunächst nicht gerechnet. Dort werden momentan die komplette Bahnlinie und der Bahnhof umgebaut, um einen Anschluss an die Nürnberger S-Bahn zu realisieren.

Neben dem Bahnhof gibt es eine Unterführung für Fußgänger, die nie besonders ansehnlich war, ihren Zweck aber die Jahre über erfüllt hat. Kürzlich musste ich feststellen, dass neuerdings in der Unterführung Überwachungskameras hängen, auf die auch am Eingang direkt hingewiesen wird. Eine Begründung für die Videoüberwachung der Unterführung wird nicht gegeben, da die relativ lose herumliegenden Kabel der Kameras zu einem Container auf der Baustelle führen, vermute ich, dass es sich um eine Maßnahme der zuständigen Baufirma handelt.

Bisher konnte ich keine Informationen bekommen, aus welchem Grund und für welchen Zeitraum die Kameras dort installiert wurden. Denkbar wäre grundsätzlich, dass man damit Jugendliche dabei überwachen will, wenn die Wände beschmiert werden, wie das bisher immer wieder vorgekommen ist oder auch, dass die Kameras auf irgendeine Art dem Schutz der Baustelle dienen sollen.

Das Ganze hier auch nochmal in bewegten Bildern festgehalten:

Twitter-Tools 2.0 für Identica

Als ich mit dem Microblogging über die Plattform Identica anfing wollte ich natürlich auch meine aktuellen Dents in mein Blog einbinden und aus Wordpress heraus meine Blogeinträge ankündigen können. Da es aber nur für Twitter wirklich funktionierende und gut gewartete Plugins gibt, habe ich damals die Twitter-Tools von Alex King entsprechend angepasst, um sie mit der Twitter-API von Identica zu verwenden. Selbstverständlich habe ich danach auf Anfrage meinen angepassten Code veröffentlich, so dass ihn andere Blogger ebenfalls verwenden konnten.

Heute hat mich Wordpress darauf hingewiesen, dass die Version 2.0 des Plugins erschienen ist. Neu in der Version sind unter Anderem die Unterstützung von bit.ly als URL-Shortener, das automatische Hinzufügen von Hashtags und das Ausnehmen von Kategorien vom Tweeten. Wenn man das Plugin jetzt aber manuell oder automatisch updatet sind die Modifikationen wieder weg und das Plugin funktioniert wieder nur mit Wordpress. Da ich aber weder über das Wissen noch die Zeit verfüge, einen eigenen Fork des Plugins zu pflegen, möchte ich hier einfach nur die Anpassungen zur Verfügung stellen, damit Jeder selbst über das Update entscheiden und die Modifikationen vornehmen kann. Damit das Plugin mit Identica funktioniert, müssen in der twitter-tools.php die folgenden Zeilen ausgetauscht werden:


define('AKTT_API_POST_STATUS', 'http://identi.ca/api/statuses/update.json');
define('AKTT_API_USER_TIMELINE', 'http://identi.ca/api/statuses/user_timeline.json');
define('AKTT_API_STATUS_SHOW', 'http://identi.ca/api/statuses/show/###ID###.json');
define('AKTT_PROFILE_URL', 'http://identi.ca/###USERNAME###');
define('AKTT_STATUS_URL', 'http://identi.ca/notice/###STATUS###');
define('AKTT_HASHTAG_URL', 'http://identi.ca/tag/###HASHTAG###');

Soweit ich das bis jetzt feststellen konnte funktioniert auch die neue Version damit einwandfrei mit Identica. Wenn doch Probleme auftreten, werde ich mich bemühen, diese zu beheben. Vielleicht möchte aber auch Jemand, der sich besser mit php auskennt einen Fork des Plugins erstellen und pflegen, wie es mit den Identica-Tools schonmal probiert wurde.

Update: Wie pundit in den Kommentaren erwähnt hat, muss die Zeile
$hashtag = urlencode(’#’.$hashtag);
noch zusätzlich umgeändert werden in
$hashtag = urlencode($hashtag);

Sonst werden die Tags bei identica nicht ordentlich verlinkt und man landet in der allgemeinen Tag-Cloud.