7. Januar 2009, 22:22
Lange Jahre hatten Nutzer, die Musik legal aus dem Internet herunterladen und bezahlen wollten das Problem, dass ihre gekauften Tracks per DRM an einen bestimmten Rechner gefesselt waren und sich somit nicht auf andere Rechner, mp3-Player oder Medien übertragen ließen. Die Ratschläge zur Umgehung dieses Dilemmas bewegten sich meist im Bereich von “Auf CD brennen und wieder auf die Festplatte rippen” oder das weniger legale “Besorg dir den Song halt nochmal als mp3 aus der Tauschbörse”.
Langsam scheinen nun die Labels einzusehen, dass sie mit diesem Konzept nur ihre Kundschaft vergraulen und diese zu einfacheren – wenn auch nicht unbedingt legalen – Quellen treiben. Schon seit geraumer Zeit setzt beispielsweise des “Internet-Buchhändler” Amazon.com in den USA und Großbritannien im eigenen Downloadshop mit dem Segen der Majors auf DRM-freie mp3s.
Im Rahmen der Macworld hat zunächst Apple angekündigt, im eigenen iTunes-Store ab April alle Songs ohne DRM anbieten zu wollen. Nun ist dieser Ankündigung auch der deutsche Online-Musikshop musicload gefolgt. Dort sollen zukünftig immerhin 95% aller Lieder als DRM-freie mp3s zur Verfügung stehen.
Im Falle Apples ist die Umstellung auch mit einer Änderung der Preispolitik verbunden. Hatte man sich bisher darauf festgelegt, dass ein Lied 99 Cent kosten darf, reicht die Preisspanne künftig von 69 Cent bis 1,29 Euro. Bei Musicload kosten die Lieder hingegen weiterhin 79 Cent bis 1,99 Euro.
Es bleibt abzuwarten, ob diese Änderung wirklich einen dauerhaften Ausstieg aus DRM im Online-Musikgeschäft bedeutet und ob das DRM nicht durch andere Maßnahmen wie etwa digitale Wasserzeichen ersetzt werden. Weiterhin wäre wünschenswert, dass die Shopbetreiber den Download zukünftig nicht nur über eine proprietäre Software, sondern auch direkt über den Webbrowser und damit auch für die Nutzer alternativer Betriebssysteme ermöglichen.
Obwohl mittlerweile offensichtlich ist, dass DRM in jeglicher Hinsicht unnötig kompliziert, teuer und geschäftsschädigend ist, ist jedoch zu erwarten, dass andere Branchen wie die Buchbranche oder die Filmindustrie diesen Weg dennoch weitergehen werden und uns das Thema damit weiterhin beschäftigen wird.
(via Futurezone und gulli)