Über den Creative Commons-Spielfilm Valkaama habe ich hier ja bereits mehrmals etwas geschrieben. Nach einem langen Entwicklungsprozess wurden heute die finale Version des Films veröffentlicht.
Der Film steht wie auch bereits die vorhergehenden Versionen inklusive Rohdaten unter der Creative Commons by-sa 3.0-Lizenz und kann ab sofort von der Webseite des Films direkt oder per Bittorrent heruntergeladen werden. Untertitel des englisschsprachigen Films stehen bis jetzt für Englisch, Deutsch, Französisch und Polnisch zur Verfügung.
Wer die Macher des Films finanziell unterstützen möchte, kann entweder im Shop eine DVD des Films oder ein Poster in gedruckter oder digitaler Form erwerben oder direkt per Paypal spenden.
Als Appetitanreger hier ein (wenn auch schon etwas älterer) Trailer zum Film (steht ebenfalls unter cc by-sa):
Als Ersatz für den in diesem Jahr abgesagten Open Music Contest hatte der Verein Musikpiraten dieses Jahr zum ersten Free! Music! Contest aufgerufen. Dieser ist nun beendet und der Sampler steht zum Download bereit.
Dieser besteht aus zwei CDs, die prall gefüllt mit Creative Commons-Musik sind und steht zum Download über Bittorrent und mehrere Mirrors zur Verfügung. Wer von dem Sampler lieber ein Exemplar direkt in der Hand halten möchte, kann diesen für 2,50€ pro Stück zzgl. 2,50€ Versandkosten vorbestellen.
Auch wenn die Piratenpartei im Internet in der Regel deutlich stärker vertreten ist als in den traditionellen Medien, wird sie in letzter Zeit häufiger in Zeitungen und gelegentlich auch in Büchern zu politischen Themen erwähnt. Im Buch “Und jetzt? Politik, Protest und Propaganda aus der Edition surhkamp wurde ihr beispielsweise ein ganzes Kapitel gewidmet. Der Autor Henning Bartels hat sich nun die Mühe gemacht und ein ganzes, sage und schreibe etwa 300-seitiges Buch über die Piratenpartei geschrieben und veröffentlicht.
Erschienen ist das Buch im Contumax-Verlag in der Reihe Netzbürger, in der das Piratenbuch das erste von drei ist. Inhaltlich verspricht es eine ausführliche Auseinandersetzung mit der jungen Partei, ihrem Ursprung und ihren Zielen. Bis jetzt existiert von dem Buch mit der ISBN 978-3-86199-001-7 nur eine Taschenbuchausgabe, die für 19,90€ käuflich zu erwerben ist.
Ich werde mir das Buch demnächst wahrscheinlich auch besorgen (ob pdf oder Papier habe ich noch nicht entschieden) und hier dann eine kurze Rezension dazu schreiben.
Logo des Free! Music! Contests!: Liorin, Lizenz:cc-by-nc-nd
Rund um des von einem hessischen Piraten gegründete Musikportal Musik Klarmachen zum Ändern tut sich in den letzten Tage einiges. Schon vor einigen Tagen wurde der Musikpiraten e.V. gegründet, der das Portal und andere Projekte rund um freie Musik zukünftig betreiben soll. Damit wurde ein erster Schritt getan, um die Webseite aus der Partei herauszulösen und damit die Beteiligung an und die Organisation politisch unabhängiger Veranstaltungen zu ermöglichen. Die Übergabe des Portals an den Verein wurde durch die hessische Piratenpartei dann heute bekanntgegeben.
Das erste Projekt des jungen Vereins wird der Free! Music! Contest! sein, der einen Ersatz für den in diesem jahr nicht stattfindenden OpenMusicContest. Bei dem Wettbewerb kann jeder Musiker bzw. jede Band, die ihre Musik unter Creative Commons-Lizenzen veröffentlichen ein Musikstück einreichen, das dann von einer Jury begutachtet wird. Einzige Vorraussetzung ist dabei, dass das Stück selbstgeschrieben und GEMA-frei ist und unter einer CC-Lizenz steht. Die Musikrichtung spielt keine Rolle, so dass auch ausgefallene Kompositionen eine Chance haben.
Die Gewinnersongs sollen dann ähnlich wie beim OpenMusicContest auf einem Sampler veröffentlicht und/oder im Internet veröffentlich werden. Zur Veröffentlichung wird dann auch eine Party stattfinden, auf der die Bands live auftreten. Für nächstes jahr ist dann eine gemeinsame Aktion mit den Veranstaltern des OpenMusicContests geplant.
Um das alles organisieren zu können bittet der Musikpiraten e.V. noch um Spenden, die für die Organisation des Events und die Herstellung der Sampler verwendet werden. Außerdem kann man sich als Jurymitglied bewerben und so eventuell direkt an der Auswahl der Musik mitwirken. Alle relevanten Informationen, Formulare und Kontaktdaten finden sich natülrich unter musik.klarmachen-zum-aendern.de.
Da ich in den letzten Tagen auch wegen Computerproblemen nicht zum bloggen gekommen bin, sind die wichtigsten Links und Ereignisse der letzten Tage hier nochmal zusammengefasst:
Die Petition gegen Internetzensur beim deutschen Bundestag hat mittlerweile die Marke von 100.000 Mitzeichnern überschritten und damit schon das doppelte der benötigten virtuellen Unterschriften erreicht:
Die Wikipedia-Community entscheidet sich für die zusätzliche Lizensierung der Inhalte unter einer Creative Commons-Lizenz und löst damit durch die GFDL auftretende Probleme:
In der Befangenheitsfrage im Piratebay-Prozess ergeben sich neue Entwicklungen. Der Richter soll für den Prozess gezielt ausgewählt worden sein und auch einer der Richterinnen, die die Befangenheitsfrage prüfen sollen, soll befangen sein. Der Antrag der Musikindustrie, den Angeklagten bis zur Schließung der Seite weitere Strafen aufzuerlegen, wurde aber abgelehnt:
Überschattet von den Ereignissen rund um das HADOPI-Gesetz haben die französischen Piraten kürzlich die zweite Ausgabe ihrer freien Musikkompilation veröffentlicht. Sie enthält Lieder verschiedener Musikrichtungen von 19 französischen und ausländischen Künstlern, die allesamt unter Creative Commons oder ähnlichen Lizenzen stehen.
Die Kompilation kann von der Webseite der französischen Piraten in den Formaten ogg, flac, mp3 und wav frei heruntergeladen werden und enthält zusätzlich zur Musik noch ein Booklet in Französisch und Englisch.
Vor zwei Tagen wurde eine neue Alphaversion des Open Source-Spielfilms Valkaama veröffentlicht. Die Änderungen gegenüber der Vorversion lassen sich im Changelog nachlesen. Unter anderem wurde der Sound komplett überarbeitet und hört sich nun deutlich besser an.
Nachdem es in Neuseeland vorläufig gescheitert zu sein scheint, wird ein Gesetz nach dem “three strikes”-Modell in Frankreich trotz verfassungsrechtlicher Bedenken weiter vorangetrieben. Das Gesetz (auch bekannt als “HADOPI-Gesetz” sieht unter anderem vor, Filesharern urheberrechtlich geschützter Werke nach mehreren Verwarnungen den Internetanschluss zu kappen. Das Creative Commons-Musikportal Jamendo setzt dem nun eine phantasievolle Werbekampagne mit dem Titel “Thanks for downloading” (Danke fürs Downloaden) entgegen.
Ähnlich wie das “three strikes”-Modell beinhaltet auch das “three thanks”-Modell des Portals drei Schritte. Im ersten Schritt soll jeder, der ein Lied von der Seite herunterlädt eine Dankesemail erhalten, in der ihm für den Download gedankt wird und er ermutigt werden soll, die Musik mit seinen Freunden zu teilen. Im zweiten Schritt erhalten die aktivsten Downloader einen Brief mit Werbematerial für das Portal und einer Dokumentation, damit sie für Jamendo und freie Musik im Allgemeinen werben können. Im dritten Schritt erhält jeder, der eine öffentlich zugängliche Einrichtung davon überzeugt, den kostenpflichtigen Jamendo PRO-Service für Hintergrundmusik zu abonnieren für einen Monat seine Internetgebühren vom Portal erstattet.
Youtube ist bei weitem die größte Videoplattform weltweit. Seit der Übernahme durch Google ist die Seite weiter gewachsen, bot aber keinen offiziellen Weg an, Videos herunterzuladen oder freie Lizenzen zu verwenden, sondern beschränkte sich auf das Anschauen der Videos über ein proprietäres Flash-Plugin.
Das könnte sich nun zumindest teilweise ändern. Laut eine Blogpost im Youtube-Blog will die Plattform nun die Möglichkeit testen, die Lizenz für ein Video selbst zu wählen und auch zu entscheiden, ob man den direkten Download des Videos ermöglichen möchte. Zur Auswahl stehen dabei eine Freigabe als gemeinfreies Werk, cc-by, cc-by-nc-sa und cc-by-nc-nd.
Damit setzt Google die Strategie der Obama-Videos fort, die sich bereits direkt herunterladen ließen. Mit der neuen Funktion soll es darüber hinaus auch ermöglicht werden, Geld für den Download von Videos zu verlangen, das aber nur über den Google-eigenen Bezahldienst Checkout bezahlt werden kann. Die neuen Funktionen werden vorerst nur einer handvoll ausgewählter Partner zur Verfügung stehen.
Bei aller Begeisterung über den Schritt von Youtube sollte man aber nicht vergessen, dass der Download von Videos bei anderen Plattformen wie blip.tv zu den Standardfunktionen gehört und schon bisher inoffiziell von Youtube möglich war.