30. November 2008, 13:40
In dem Land, in dem Medienmogul Berlusconi ein quasi-Monopoli im Medienbereich hat, scheint Pressefreiheit leider immer noch ein Fremdwort zu sein. Nicht nur, dass die Veröffentlichung von Presseerzeugnissen dort seit 1948 einer Anmeldepflicht unterliegt und Journalisten nur mit Zulassung arbeiten dürfen, jetzt hat man es dort scheinbar auf die Blogs abgesehen.
Diese Meldepflicht wurde nämlich 2001 auf Onlinemedien erweitert und von einem Gericht jetzt auch auf Blogs ausgedehnt, die damit mit Zeitungen gleichgestellt werden und ebenfalls der staatlichen Kontrolle unterliegen. Mit der Begründung, dass Zeitungen Überschriften hätten und Weblogs auch wurde nun ein italienischer Blogger wegen Verstoßes gegen die Meldepflicht zu einer Geldstrafe von 250 Euro verurteilt. Darüber hinaus wurde er vor die Wahl gestellt, entweder bis zu zwei Jahre ins Gefängnis zu gehen oder sein Blog zu löschen.
Die Gründe für diese Entscheidung könnten auch darin liegen, dass der Blogger oftmlas kritisch über die Mafia und einflussreiche Politiker berichtete. Auf jeden Fall wurde damit eine neue Dimension der Rechtsunsicherheit für italienische Blogger eröffnet, die nun theoretisch alle ebenfalls Strafverfolgung fürchten müssen.
(via gulli.com)
26. September 2008, 13:48
Nach der Sperrung von ThePirateBay im August, hat ein Gericht in Bergamo diese nun für unrechtmäßig erklärt. Die Seite ist damit nun auch wieder offiziell für Italiener verfügbar.
(via Futurezone)
10. August 2008, 14:25
Der nach eigenen Angaben “größte Bittorrent-Tracker der Welt” wurde nach Angaben der Betreiber wurden auf Anweisung von Berlusconi sowohl die IP-Adresse als auch die Domain in Italien gesperrt. Die Betreiber zeigen sich auf der Webseite empört und bezeichnen Berlusconi als “fascist leader”. (etwa “faschistischer Führer”, auch wenn man das englische Wort “leader” nicht umbedingt mit dem in Deutschland durch Hitler vorbelasteten Wort “Führer” gleichsetzen kann)
An praktischen Gegenmaßnahmen haben sie nach eigenen Angaben bereits ihre IP-Adresse gewechselt und für Italiener die Alternative Domain labaia.org zur Verfügung gestellt. Weiterhin empfehlen sie betroffenen Italienern zusätzlich die Nutzung von alternativen DNS-Server wie OpenDNS und rufen die Betroffenen dazu auf, sich bei ihren Providern über die Zensur zu beschweren.