26. November 2009, 22:22
Auch wenn für Filesharing nach wie vor das Hydra-Prinzip gilt, scheinen die Vertreter der Content-Industrie in letzter Zeit immer wieder Erfolge gegen größere Filesharingseiten verbuchen zu können. Nach der offiziellen Abschaltung des Piratebay-Trackers, knickte nun mit Mininova eine der beliebtesten Torrent-Indexseiten ein und entfernte den Großteil der von Nutzern hochgeladenen Torrents von der Seite.
Lediglich die 100% legalen Angebote des hauseigenen Content Distribution-Dienstes sind weiterhin auf der Seite verfügbar und stellen nun das Kerngeschäft der in den Niederlanden beheimateten Firma.
Mininova hatte über einen längeren Zeitraum den Upload jeglicher Torrent-Dateien, die jeweils Meta-Informationen über eine oder mehrere Dateien und den Tracker enthalten, nicht jedoch urheberrechtlich geschützte Daten erlaubt und zum Schluß mit Filtersystemen experimentiert, um den Forderungen der Industrie gerecht zu werden, konnte sich damit jedoch vor Gericht nicht durchsetzen.
Die Betreiber wurden zuletzt in Utrecht dazu verurteilt, alle Torrents mit urheberrechtlich geschützten Inhalten von der Seite zu entfernen, ansonsten hätten hohe Geldstrafen gedroht. Da es nicht möglich war einen hundertprozentig perfekten Filter gegen den Upload urheberrechtlich geschützter Inhalte zu entwickeln, entschlossen sich die Betreiber nun zu dem radikalen Schritt.
Es bleibt nun abzuwarten, ob Mininova den Sprung zur digitalen Distributionsplattform für verschiedenste freie Inhalte schafft oder durch das Wegfallen des Großteils der Torrents unattraktiv wird und stark an Bedeutung verliert. Die Benutzer, die an urheberrechtlich geschützten Dateien interessiert sind, werden sich jedenfalls andere Plattformen such und keineswegs ihr Tun einstellen, wie die Industrie das gerne hätte.
7. Mai 2009, 20:18
Mininova ist momentan eine der größten und bekannten Bittorrent-Suchmaschinen auf dem Markt. Es trat vor einiger Zeit die inoffizielle Nachfolge der auf Druck der Rechteinhaber abgeschalteten Seite Suprnova (heute betrieben von den Piratebay-leuten) an und erfreut sich seither großer Beliebtheit. Im Gegensatz zu The Pirate Bay bietet die niederländische Seite jedoch keinen öffentlichen Bittorrent-Tracker an und wird von einem profitorientierten Unternehmen betrieben.
Naturgemäß wird die Bittorrent-Technologie und auch die Bittorrent-Suchmaschinen auch zur Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials genutzt, weswegen Minonva auch von der niederländischen Antipiraterie-Vereinigung BREIN verklagt wird.
Möglicherweise um zu überprüfen, ob man der Forderung der Organisation nach Filterung der Inhalte nach nachzukommen, testet Mininova seit kurzem ein Filtersystem, das urheberrechtlich geschützte Inhalte automatisch aussortieren und Löschen soll.
Die Betreiber betonen zwar, dass es sich um einen vorübergehenden Testlauf handelt und auf keinen Fall Nutzerdaten an Dritte weitergegeben werden, die Benutzer der Seite sind aber wenig erfreut und machen ihrem Ärger im Blogeintrag mit der Ankündigung Luft. Manche beklagen schon den Verlust erster Torrents, während andere Mininova schon das Ende prophezeien und von dem Schritt empört sind und bereits Anleitungen zum Austricksen des Systems verbreiten.
Viele scheinen darin ein Einknicken vor BREIN und der MPAA zu sehen und haben bereits angekündigt, zukünftig andere Torrent-Seiten zu benutzen. In der Tat scheint es fragwürdig, ob die Seite ohne die Indexierung von Torrents mit urheberrechtlich geschützten Dateien ihre Popularität wahren könnte. Letztendlich müssen wohl die Ergebnisse des Testlaufs und die daraus resultierenden Entscheidungen abgewartet werden.
19. November 2008, 13:50
Der Tracker Mininova bietet über das sogenannte “Content Distribution”-Angebot schon seit längerem die kostenlose Verbreitung legal lizensierten Materials über Bittorrent an. Einzige Bedingung dafür ist, dass man die verwertungsrechte an dem verbreiteten Werk besitzt, der Download kostenlos ist und kein DRm oder Spam enthält.
Nun möchte Mininova dieses Angebot in Zusammenarbeit mit einer Firma namens Hyper MP weiter ausbauen, um künftig auch legale webefinanzierte Filme und TV-Serien anbieten zu können. Als erste Demo gibt es eine Amateurkomödie mit dem Namen “Battle Therapy” zum Download.
Der Download der etwas über 1GB großen Datei geht Bittorrent-üblich schnell und unproblematisch vonstatten. Der Nutzer ehält jedoch nicht wie normalerweise üblich eine Videodatei, sondern eine ausführbare Windows-Datei, die angeblich frei von DRM, Viren und Spyware sein soll. Die Datei läuft leider nicht in Wine, so dass mir ein weiterer Test der Qualität oder Benutzerfreundlichkeit nicht möglich ist.
Generell erscheint es mir aber kritisch, Videos auf diesem Weg zu verbreiten. Schließlich schließt man sämtliche Nutzer alternativer Betriebssysteme von vornherein aus und eine *.exe-Datei in Tauschbörsen ist eigentlich in 90% der Fälle Malware, so dass da wohl auch kein Vertrauen zum Benutzer aufgebaut wird. Im Gegenteil ist zu befürchten, dass es durch den Gewöhnungseffekt Nachahmern leicht gemacht wird, doch Malware auf den PCs der Nutzer zu platzieren. Auch die Notwendigkeit, einen eigenen Player mitzuliefern ist eigentlich nicht gegeben, es sei denn, um den Nutzer von der anderweitigen Nutzung des Videos abzuhalten oder das überspringen der Werbung zu verhindern. In beiden Fällen würde es sich aus meiner Sicht also doch wieder um ein DRM durch die Hintertür handeln, was so nicht akzeptabel ist.
Die Idee, Filme und TV-Serien legal und werbefinanziert über Bittorrent zu vertreiben ist gut, nur die Umsetzung könnte besser sein. Statt eigenem Player könnte man beispielsweise Werbung während des Films am unteren Rand einblenden (nervig, aber gut dosiert besser als nur die illegale oder DRM-Option zu lassen) oder einfach auf traditionelle überspringbare Werbeblöcke setzen und deren Akzeptanz innerhalb der Filesharing-Gemeinde erstmal erproben.