Posts tagged ‘Musik’

Musikportal musik.kzä wird selbständig und veranstaltet Wettbewerb

Logo des Free! Music! Contests!Logo des Free! Music! Contests!: Liorin, Lizenz:cc-by-nc-nd

Rund um des von einem hessischen Piraten gegründete Musikportal Musik Klarmachen zum Ändern tut sich in den letzten Tage einiges. Schon vor einigen Tagen wurde der Musikpiraten e.V. gegründet, der das Portal und andere Projekte rund um freie Musik zukünftig betreiben soll. Damit wurde ein erster Schritt getan, um die Webseite aus der Partei herauszulösen und damit die Beteiligung an und die Organisation politisch unabhängiger Veranstaltungen zu ermöglichen. Die Übergabe des Portals an den Verein wurde durch die hessische Piratenpartei dann heute bekanntgegeben.

Das erste Projekt des jungen Vereins wird der Free! Music! Contest! sein, der einen Ersatz für den in diesem jahr nicht stattfindenden OpenMusicContest. Bei dem Wettbewerb kann jeder Musiker bzw. jede Band, die ihre Musik unter Creative Commons-Lizenzen veröffentlichen ein Musikstück einreichen, das dann von einer Jury begutachtet wird. Einzige Vorraussetzung ist dabei, dass das Stück selbstgeschrieben und GEMA-frei ist und unter einer CC-Lizenz steht. Die Musikrichtung spielt keine Rolle, so dass auch ausgefallene Kompositionen eine Chance haben.

Die Gewinnersongs sollen dann ähnlich wie beim OpenMusicContest auf einem Sampler veröffentlicht und/oder im Internet veröffentlich werden. Zur Veröffentlichung wird dann auch eine Party stattfinden, auf der die Bands live auftreten. Für nächstes jahr ist dann eine gemeinsame Aktion mit den Veranstaltern des OpenMusicContests geplant.

Um das alles organisieren zu können bittet der Musikpiraten e.V. noch um Spenden, die für die Organisation des Events und die Herstellung der Sampler verwendet werden. Außerdem kann man sich als Jurymitglied bewerben und so eventuell direkt an der Auswahl der Musik mitwirken. Alle relevanten Informationen, Formulare und Kontaktdaten finden sich natülrich unter musik.klarmachen-zum-aendern.de.

Französische Piratenpartei veröffentlicht CC-Musikkompilation

Urheber: Parti Pirate

Urheber: Parti Pirate

Überschattet von den Ereignissen rund um das HADOPI-Gesetz haben die französischen Piraten kürzlich die zweite Ausgabe ihrer freien Musikkompilation veröffentlicht. Sie enthält Lieder verschiedener Musikrichtungen von 19 französischen und ausländischen Künstlern, die allesamt unter Creative Commons oder ähnlichen Lizenzen stehen.

Die Kompilation kann von der Webseite der französischen Piraten in den Formaten ogg, flac, mp3 und wav frei heruntergeladen werden und enthält zusätzlich zur Musik noch ein Booklet in Französisch und Englisch.

Jamendo dankt Filesharern

Nachdem es in Neuseeland vorläufig gescheitert zu sein scheint, wird ein Gesetz nach dem “three strikes”-Modell in Frankreich trotz verfassungsrechtlicher Bedenken weiter vorangetrieben. Das Gesetz (auch bekannt als “HADOPI-Gesetz” sieht unter anderem vor, Filesharern urheberrechtlich geschützter Werke nach mehreren Verwarnungen den Internetanschluss zu kappen. Das Creative Commons-Musikportal Jamendo setzt dem nun eine phantasievolle Werbekampagne mit dem Titel “Thanks for downloading” (Danke fürs Downloaden) entgegen.

Ähnlich wie das “three strikes”-Modell beinhaltet auch das “three thanks”-Modell des Portals drei Schritte. Im ersten Schritt soll jeder, der ein Lied von der Seite herunterlädt eine Dankesemail erhalten, in der ihm für den Download gedankt wird und er ermutigt werden soll, die Musik mit seinen Freunden zu teilen. Im zweiten Schritt erhalten die aktivsten Downloader einen Brief mit Werbematerial für das Portal und einer Dokumentation, damit sie für Jamendo und freie Musik im Allgemeinen werben können. Im dritten Schritt erhält jeder, der eine öffentlich zugängliche Einrichtung davon überzeugt, den kostenpflichtigen Jamendo PRO-Service für Hintergrundmusik zu abonnieren für einen Monat seine Internetgebühren vom Portal erstattet.

Das Online-Musikgeschäft verabschiedet sich von DRM

Lange Jahre hatten Nutzer, die Musik legal aus dem Internet herunterladen und bezahlen wollten das Problem, dass ihre gekauften Tracks per DRM an einen bestimmten Rechner gefesselt waren und sich somit nicht auf andere Rechner, mp3-Player oder Medien übertragen ließen. Die Ratschläge zur Umgehung dieses Dilemmas bewegten sich meist im Bereich von “Auf CD brennen und wieder auf die Festplatte rippen” oder das weniger legale “Besorg dir den Song halt nochmal als mp3 aus der Tauschbörse”.

Langsam scheinen nun die Labels einzusehen, dass sie mit diesem Konzept nur ihre Kundschaft vergraulen und diese zu einfacheren – wenn auch nicht unbedingt legalen – Quellen treiben. Schon seit geraumer Zeit setzt beispielsweise des “Internet-Buchhändler” Amazon.com in den USA und Großbritannien im eigenen Downloadshop mit dem Segen der Majors auf DRM-freie mp3s.

Im Rahmen der Macworld hat zunächst Apple angekündigt, im eigenen iTunes-Store ab April alle Songs ohne DRM anbieten zu wollen. Nun ist dieser Ankündigung auch der deutsche Online-Musikshop musicload gefolgt. Dort sollen zukünftig immerhin 95% aller Lieder als DRM-freie mp3s zur Verfügung stehen.

Im Falle Apples ist die Umstellung auch mit einer Änderung der Preispolitik verbunden. Hatte man sich bisher darauf festgelegt, dass ein Lied 99 Cent kosten darf, reicht die Preisspanne künftig von 69 Cent bis 1,29 Euro. Bei Musicload kosten die Lieder hingegen weiterhin 79 Cent bis 1,99 Euro.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Änderung wirklich einen dauerhaften Ausstieg aus DRM im Online-Musikgeschäft bedeutet und ob das DRM nicht durch andere Maßnahmen wie etwa digitale Wasserzeichen ersetzt werden. Weiterhin wäre wünschenswert, dass die Shopbetreiber den Download zukünftig nicht nur über eine proprietäre Software, sondern auch direkt über den Webbrowser und damit auch für die Nutzer alternativer Betriebssysteme ermöglichen.

Obwohl mittlerweile offensichtlich ist, dass DRM in jeglicher Hinsicht unnötig kompliziert, teuer und geschäftsschädigend ist, ist jedoch zu erwarten, dass andere Branchen wie die Buchbranche oder die Filmindustrie diesen Weg dennoch weitergehen werden und uns das Thema damit weiterhin beschäftigen wird.

(via Futurezone und gulli)

Openradio.cc geht an Silvester auf Sendung

Der ehemalige Generalsekretär der Piratenpartei, Bastian Grundmann, hat schon während seiner Amtszeit am Aufbau eines Webradios unter verschiedenen Namen gearbeitet. Vor kurzem verließ er die Partei und betreibt das Radio nun als eigenständiges Projekt unter dem Namen openradio.cc.

Das Radio ist konzipiert als nicht kommerzielles Webradio, auf dem nur freie Musik (unter Creative Commons-Lizenzen, GPL und anderen) gespielt wird. Pünktlich zu Silverster wird das Radio am 31.12. auf Sendung gehen. Zur Eröffnung wird Musik der Bands Shearer und NoCreeps gespielt.

Das Projekt sucht jedoch momentan noch ein Logo und veranstaltet daher einen Logo-Contest. Vorschläge können bis zum 31.01.2009 eingesendet werden. Weitere Informationen dazu finden sich auch auf der Webseite des Radios.

GEMA möchte für Creative Commons-Musik kassieren

Die Band JAMMIN*NIC ist für ihre GEMA-kritische Haltung bekannt und veröffentlicht ihre Lieder seit geraumer Zeit unter CC-Lizenzen. Im Rahmen des Open Music Contests erschien ein Lied der Band auf dem aktuellen Sampler.

Da in Deutschland die sogenannte “GEMA-Vermutung” gilt, muss der Inhalt jeder CD vor dem Pressen an die GEMA gemeldet. In so einem Fall kein Problem, müsste man meinen. Jedoch sieht sich die GEMA dieses mal wohl auch für die Musik von Nicht-Mitgliedern zuständig und bedachte den AStA der Philipps-Universität Marburg mit einer Rechung für die Verwendung des Songs.

Der Kontakt mit der GEMA gestaltete sich nach Angaben der Veranstalter dann auch schwierig, die Klärung des Falls mit der “Behörde” steht noch aus.

(via openmusiccontest.org)

Piratenpartei verlost CDs mit CC-Musik

Auf dem Hauptverantwortlich von Christian Hufgard betriebenen Portal musik.klarmachen-zum-aendern.de werden momentan zwei Exemplare des Samplers des Open Music Contests verlost. Um am Gewinnspiel teilzunehmen muss man sich entweder auf der Mailingliste des Portals anmelden oder eine Nachricht mit dem Betreff “OMC Gewinnspiel” über das Kontaktformular schicken, wobei eine CD an die Mailinglist-Abonnenten geht und eine an die anderen Teilnehmer.

Teilnahmeschluss ist der 7.Oktober. Wer es nicht abwarten kann, bis der Sampler offiziell veröffentlicht wird, kann sich schonmal die ersten Songs von der Webseite des AStA Marburg herunterladen. Zusätzlich findet am 17.Oktober eine AStA-Party in verschiedenen Clubs statt, bei denen verschiedene CC-Bands auftreten.

Marillion: Band setzt DRM kreativ ein

Die britische Rockband Marillion hat einen ganz neuen Weg gefunden, DRM einzusetzen, um Werbung für ihr Album zu machen, statt ihre Fans zu bevormunden. Wer sich den Titelsong des aktuellen Albums aus Tauschbörsen herunterlädt erhält eine DRM-geschützte wma-Datei, die beim Abspielen eine Aufforderung anzeigt, sich zu registrieren, um das ganze Album als mp3 herunterladen zu können.

Wer sich dann mit seiner Emailadresse registriert, erhält die Möglichkeit, zunächst den Titelsong als mp3 oder wma kostenlos herunterzuladen und anschließend für einen selbstgewählten Preis als DRM-freie mp3s zu kaufen. Die Fans werden über Email dann über neue Angebote und Konzerte der Band informiert und erhalten am 20.Oktober noch eine Version des Albums in höherer Qualität.

Es ist ausdrücklich erwünscht, den Titelsong des Albums weiterzuverbreiten, jedoch bittet die Band darum, dies mit der wma-Datei zu tun.

Auf jeden Fall ein kreativer Ansatz, die bisherige Kontroll- und Bevormundungstechnik DRM zur Fanbindung einzusetzen und Tauschbörsen als Werbeplattform einzusetzen, statt sie zu verdammen und die Nutzer zu verklagen. Der einzige Nachteil bleibt wohl, dass das Konzept wahrscheinlich nur unter Windows mit dem Windows Media Player funktioniert und Nutzer alternativer Betriebssysteme außen vor bleiben, Es ist jedoch anzunehmen, dass man früher oder später Wege finden wird, das Konzept plattformübergreifend ohne DRM umzusetzen.

(via golem.de, gulli.com)

Interview mit JAMMIN*INC

Vor einiger Zeit habe ich für das Piratenmagazin ein Interview mit der Band JAMMIN*INC bzw. ihrem Drummer Markus gemacht. Darin ging es hauptsächlich um die Bandgeschichte und die Einstellung der Band zum Urheberrecht, GEMA, Creative Commons… Da die zweite Ausgabe des Piratenmagazins leider noch eine Weile auf sich warten lassen wird, haben Markus und ich auf Anfrage anderer Piraten einer Vorveröffentlichung des Interviews zugestimmt.

Das Interview ist mittlerweile online und zwar auf der Seite des Creative Commons Radios belajho.net und auf dem Musikportal der hessischen Piraten, musik.klarmachen-zum-aendern.de. Viel Spaß beim Lesen!