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Rick Falkvinges offener Brief an die Musikindustrie

Rick Falkvinge, Vorsitzender der schwedischen Piratenpartei, war kürzlich bei einer Podiumsdiskussion auf der Musikindustrie-Konferenz “In The City” in Manchester zu Gast und diskutierte mit verschiedenen Industrievertretern und brachte dabei auch seinen Vorschlag einer Begrenzung der kommerziellen Verwertungsrechte auf 5 Jahre in Spiel. Die Reaktionen darauf waren erwartungsgemäß nicht unbedingt überwiegend positiv und reichten bis zu einem Ausruf von Dave Smith, der wütend erklärte: “Wenn wir im Mittelalter wären, würde ich Sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen”. (sinngemäße Übersetzung aus dem Englischen)

Auf diese und andere Anfeindungen seitens der Musikindustrie reagiert der schwedische Pirat nun mit einem offenen Brief, in dem er seine Sichtweise darlegt. Da nach einer Übersetzung des englischen Textes ins Deutsche gefragt wurde, habe ich mich bemüht, den Text zu übersetzen:

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Die Musikindustrie versucht weiter Druck auf The Pirate Bay auszuüben

Trotz des umstrittenen Urteils gegen die Betreiber des Bittorrent-Trackers The Pirate Bay funktioniert der Tracker nach wie vor und zieht immer noch massenhaft Filesharer an. Diese Tatsache ist der Musikindustrie offenbar ein Dorn im Auge, den man noch vor Abschluss des Berufungsverfahrens entfernen möchte. Anders lässt sich die Tatsache, dass der Musikindustrie-Anwalt Peter Danowsky alle juristischen Möglichkeiten versucht, kaum erklären.

Genauer gesagt beantragte dieser nach einem Bericht von dn.se, (englische Google-Übersetzung) den Betreiber weitere Geldstrafen aufzuerlegen, so lange der Tracker weiterhin läuft.

Als Beweis dafür, dass der Dienst ihre Urheberrechte verletzt, legten sie 467 Alben vor, an denen eine der beteiligten Firmen die Verwertungsrechte hält und die über The Pirate Bay verfügbar seien. Außerdem verlangen sie, dass die Betreiber sicherstellen, dass durch sie vertriebene Werke nicht mehr über den Tracker verfügbar sind.

Zusätzlich wird eine Verfügung gegen den den Hoster Black Internet AB, dem es verboten werden soll, ihre Dienste weiter für den Tracker zur Verfügung zu stellen. Dabei soll allerdings keiner der beteiligten Parteien die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben werden, bis die Entscheidung gefällt wurde.

Es bleibt nun abzuwarten, wie das Gericht über den Antrag des Anwalts entscheidet. Auf jeden Fall demonstriert die Musikindustrie damit, wie wichtig es ihr ist, dass The Pirate Bay baldmöglichst verschwindet. Bis zu einer letztinstanzlichen Entscheidung im Hauptprozess dürfte es noch ein paar Jahre dauern und beträfe den Betrieb des Trackers nur indirekt, was möglicherweise ein weiterer Grund für die eingeleiteten Schritte ist. Weder die Vertreter der Musikindustrie noch die Piratebay-Betreiber waren allerdings bereit, die Vorgänge dn.se gegenüber zu kommentieren.

(via Torrentfreak)

PPP schafft Gefängnisse für Piraten

Es gibt weltweit eine große Zahl von Internetpiraten, die nach dem Willen der Musik- und Filmindustrie am besten alle für ihre Taten eingesperrt werden sollten. Auch wenn die Industrie langsam von dieser Forderung abrückt und stattdessen den Filesharern lieber die Internetzugänge sperren möchte, wurde diese Forderung nun zu einem satirischen Projekt verarbeitet.

Das “Pirate Prisons Project” hat es sich zum Ziel gesetzt, an der andauernden Jagd auf Filesharer zu profitieren und möchte zu diesem Zweck Gefängnisse speziell für Piraten errichten. Dabei kann sich jeder an den Gewinnen der scheinbar schier unerschöpflichen Geldquelle beteiligen. Das (natürlich nicht ernst gemeinte) Investitionsprogramm des Projektes sieht folgendes vor:

  1. Aktien des Unternehmens kaufen (2 für 200€)
  2. Freunde und andere Bekannte denunzieren, um den Gewinn zu erhöhen
  3. Sich selber eine Zelle buchen, da man eh früher oder später gefasst wird

Als Zelle zur Auswahl steht dabei die Standardzelle (2.5 x 2.5 Meter), die mittlere Zelle (4×4 Meter) mit Kabelfernsehen und Radio und die Premiumzelle (6×6 Meter) mit Breitbandinternetanschluss. Auf der Seite finden sich auch zahlreiche Videos, die für das Konzept werben.

Zu den Unterstützern der Aktion, die auf die Absurdität des Kampfes der Rechteinhaber gegen Filesharer hinweisen soll und alternative Lösungen fordert, gehören das bekannte Creative Commons Musikportal Jamendo, der Bittorrent-Hoster VIPeers und die französische Musikseite Hitmuse.com.

(via Torrentfreak)