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Mininova gibt vorläufig auf

Auch wenn für Filesharing nach wie vor das Hydra-Prinzip gilt, scheinen die Vertreter der Content-Industrie in letzter Zeit immer wieder Erfolge gegen größere Filesharingseiten verbuchen zu können. Nach der offiziellen Abschaltung des Piratebay-Trackers, knickte nun mit Mininova eine der beliebtesten Torrent-Indexseiten ein und entfernte den Großteil der von Nutzern hochgeladenen Torrents von der Seite.

Lediglich die 100% legalen Angebote des hauseigenen Content Distribution-Dienstes sind weiterhin auf der Seite verfügbar und stellen nun das Kerngeschäft der in den Niederlanden beheimateten Firma.

Mininova hatte über einen längeren Zeitraum den Upload jeglicher Torrent-Dateien, die jeweils Meta-Informationen über eine oder mehrere Dateien und den Tracker enthalten, nicht jedoch urheberrechtlich geschützte Daten erlaubt und zum Schluß mit Filtersystemen experimentiert, um den Forderungen der Industrie gerecht zu werden, konnte sich damit jedoch vor Gericht nicht durchsetzen.

Die Betreiber wurden zuletzt in Utrecht dazu verurteilt, alle Torrents mit urheberrechtlich geschützten Inhalten von der Seite zu entfernen, ansonsten hätten hohe Geldstrafen gedroht. Da es nicht möglich war einen hundertprozentig perfekten Filter gegen den Upload urheberrechtlich geschützter Inhalte zu entwickeln, entschlossen sich die Betreiber nun zu dem radikalen Schritt.

Es bleibt nun abzuwarten, ob Mininova den Sprung zur digitalen Distributionsplattform für verschiedenste freie Inhalte schafft oder durch das Wegfallen des Großteils der Torrents unattraktiv wird und stark an Bedeutung verliert. Die Benutzer, die an urheberrechtlich geschützten Dateien interessiert sind, werden sich jedenfalls andere Plattformen such und keineswegs ihr Tun einstellen, wie die Industrie das gerne hätte.

The Pirate Bay schaltet Tracker offiziell ab

Nachdem der geplante Verkauf an die Firma Global Gaming Factory X vor kurzem gescheitert ist und der Tracker kürzlich auch stark unter Beschuss geriet, haben die Betreiber heute in ihrem Blog die offizielle Abschaltung des Trackers angekündigt.

Als Grund dafür geben Sie nicht etwa die fortgeführten Prozesse der Contentindustrie an, sondern die Annahme, dass trackerlose Technologien wie DHT und PXE mittlerweile weit genug fortgeschritten sind, dass Torrents nicht mehr von zentralen Trackern abhängig sind.

Um diese auch einsetzen zu können, wurden zusätzlich zu den bisher vorhandenen Torrent-Dateien Magnet-Links auf den Seiten plaziert, mit denen die relevanten Daten direkt in den Torrent-Client geladen werden können, ohne dass ein Download der Torrent-Datei notwendig ist. Die Webseite der Piratenbucht ist also von der Abschaltung nicht betroffen, das schon vorhandene Torrent-Verzeichnis wird weiterbetrieben. Somit kann von einem Ende der Piratenbucht, wie es die Musik- und Filmindustrie gerne sehen würde, keine Rede sein.

Zweifel an der Absicht der Torrentpiraten zur Trackerabschaltung lassen allerdings die Tatsache aufkommen, dass der Tracker von OpenBittorrent weiterhin aktiv ist und in den Magnet-URLs die Tracker-URL von PublicBT übergeben wird.

OpenBittorrent war kurz nach Bekanntgabe des Verkaufs der Piratenbucht gestartet und lieferte bis zuletzt die selben Torrents aus, wie zuvor der Tracker von The Pirate Bay. Zeitweise verwies der Tracker sogar direkt auf die selbe IP-Adresse wie The Pirate Bay, die Tracker-URL wurde automatisch in Torrents auf The Pirate Bay eingefügt und es gab Hinweise, dass einer der Gründer an OpenBittorrent beteiligt war.

Ähnlich sieht es nun bei PublicBT aus. Nicht nur, dass beide Seiten eine frappierende Ähnlichkeit aufweisen, die Tracker-Adresse von PublicBT wird momentan ebenso wie die Tracker-Adresse der Piratenbucht zum holländischen Provider Leaseweb aufgelöst. Natürlich sind das nur Hinweise und eine Beteiligung der Piratebay-Macher lässt sich momentan nicht nachweisen, das Tracking der Torrents scheint jedoch auf jeden Fall auch nach Abschaltung der Tracker-URL unter thepiratebay.org zu funktionieren. Ob dezentrale Methoden den Tracker bei Bittorrent dauerhaft ersetzen können, muss sich noch zeigen. Bis jetzt fehlt es auf jeden Fall noch an einem dezentralen Torrentverzeichnis.

The Pirate Bay vor dem Aus?

Lange Zeit schien es, als wäre der weltweit beliebteste Bittorrent-Tracker The Pirate Bay nahezu unangreifbar, seit der Verurteilung der Gründer in Schweden befindet sich die Piratenbucht jedoch unter schwerem Beschuss durch die Rechteinhaberindustrie und auch die völlige Abschaltung des Trackers scheint nicht mehr unmöglich.

Nachdem zunächst der schwedische Porvider Black Internet gerichtlich gezwungen wurde, den Betreibern seine Dienste nicht mehr weiter zur Verfügung zu stellen und auch andere Anbieter vor den Drohungen der Industrie zurückschreckten, musste der Dienst eine neue Heimat finden.

In den früher eher Filesharing-toleranten Niederlanden wollte das zunächst jedoch auch nicht so richtig gelingen. Die dort ansässige Unterhaltungsindustrie-Organisation Brein übte ebenfalls Druck auf die niederländischen Carrier aus, den Tracker wieder vom Netz zu nehmen. Dadurch war die Webseite dann erneut zeitweise nicht mehr erreichbar.

Mittlerweile scheint die Piratenbucht einen neuen Ankerplatz in Form eines Atombunkers gefunden zu haben. Dort sollten die Server theoretisch selbst einen Atomkrieg überleben können, die juristische Bedrohung durch Anwälte der Industrie und Lobbyverbände wurde jedoch bei der Errichtung des Bunkers durch die NATO in den 50er Jahren nicht eingeplant. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist The Pirate Bay nun also vorerst wieder erreichbar.

Nachdem man nun auch den groß angekündigten Verkauf der Domain an die Firma Global Gaming Factory X als gescheitert bezeichnen kann, stellt sich natürlich die Frage, wie lange die Betreiber dem tatsächlichen und juristischen Druck noch standhalten können. Die Reaktion auf die Anklage und Verurteilung lässt darauf schließen, dass die Gründer (die heute offiziell nicht mehr Betreiber der Seite sind) ihr Schicksal eng mit dem des Trackers verknüpft haben und jede Möglichkeit ausschöpfen werden, ob das aber reicht, wird sich noch zeigen.

Dabei muss man natürlich sehen, dass das Ende von The Pirate Bay nicht das Ende des Filesharings oder des Bittorrent-Netzwerkes wäre. Sicherlich würden sich schnell Alternativen bilden und ein Teil der Nutzer auf andere Protokolle ausweichen. Vielmehr ist The Pirate Bay jedoch ein Symbol für den freien Austausch von Daten und ein zentraler Punkt im Kampf der Industrie gegen ihre Kunden, dem man keine zu geringe Bedeutung beimessen sollte.

Mininova testet Content-Filter

Mininova ist momentan eine der größten und bekannten Bittorrent-Suchmaschinen auf dem Markt. Es trat vor einiger Zeit die inoffizielle Nachfolge der auf Druck der Rechteinhaber abgeschalteten Seite Suprnova (heute betrieben von den Piratebay-leuten) an und erfreut sich seither großer Beliebtheit. Im Gegensatz zu The Pirate Bay bietet die niederländische Seite jedoch keinen öffentlichen Bittorrent-Tracker an und wird von einem profitorientierten Unternehmen betrieben.

Naturgemäß wird die Bittorrent-Technologie und auch die Bittorrent-Suchmaschinen auch zur Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials genutzt, weswegen Minonva auch von der niederländischen Antipiraterie-Vereinigung BREIN verklagt wird.

Möglicherweise um zu überprüfen, ob man der Forderung der Organisation nach Filterung der Inhalte nach nachzukommen, testet Mininova seit kurzem ein Filtersystem, das urheberrechtlich geschützte Inhalte automatisch aussortieren und Löschen soll.

Die Betreiber betonen zwar, dass es sich um einen vorübergehenden Testlauf handelt und auf keinen Fall Nutzerdaten an Dritte weitergegeben werden, die Benutzer der Seite sind aber wenig erfreut und machen ihrem Ärger im Blogeintrag mit der Ankündigung Luft. Manche beklagen schon den Verlust erster Torrents, während andere Mininova schon das Ende prophezeien und von dem Schritt empört sind und bereits Anleitungen zum Austricksen des Systems verbreiten.

Viele scheinen darin ein Einknicken vor BREIN und der MPAA zu sehen und haben bereits angekündigt, zukünftig andere Torrent-Seiten zu benutzen. In der Tat scheint es fragwürdig, ob die Seite ohne die Indexierung von Torrents mit urheberrechtlich geschützten Dateien ihre Popularität wahren könnte. Letztendlich müssen wohl die Ergebnisse des Testlaufs und die daraus resultierenden Entscheidungen abgewartet werden.