7. Januar 2010, 12:00
Auch wenn mittlerweile mit dem Video-Element aus grundsätzlich eine Möglichkeit besteht, Videos direkt im Browser wiederzugeben, setzt die nach wie vor weltweit beliebteste Video-Webseite Youtube wie viele weitere nach wie vor auf die Einbindung von Videos per Flash-Plugin. Auch wenn diese Möglichkeit für viele Nutzer funktioniert, basiert sie jedoch nicht auf offenen Standards und lässt Menschen, die kein Flash-Plugin benutzen können oder wollen außen vor.
Eine interessante Alternative zu diesem Modell bietet seit kurzem die Webseite Tinyogg.com. Dort kann man die URL eines beliebigen Youtube-Videos angeben, das dann automatisiert heruntergeladen und konvertiert wird und anschließend zur direkten Wiedergabe in einem kompatiblen Browser, dem Download auf den eigenen Rechner oder das Einbetten in die eigene Webseite zur Verfügung steht. Die Konvertierung geht abhängig von der Anzahl noch in der Warteschlange vorhandener Videos unterschiedlich schnell vonstatten und produziert Videos von relativ hoher Qualität, vorausgesetzt das Quellvideo liegt in entsprechender Qualität vor.
Der Dienst setzt auf eine Zahl vorhandener freier Software auf, der Quellcode soll den Angaben auf der Webseite zufolge “so bald wie möglich” veröffentlicht werden, so dass das Konzept dann für eigene Zwecke adaptiert und weiterentwickelt werden kann.
6. Januar 2010, 20:56
Pünktlich zum Jahreswechsel haben die Opera-Entwickler eine erste Vorschau auf die kommende Browserversion 10.50 für GNU/Linux und Windows veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine als Pre-Alpha gekennzeichnete sehr frühe Entwicklerversion, die noch nicht für den produktiven Einsatz gedacht ist, jedoch bereits einen Überblick über die neuen Funktionen der Version liefert.
Vor allem Gnome- und andere nicht-KDE-Nutzer wird die Tatsache freuen, dass Opera sich mit diesem Release von der Abhängigkeit zu Qt verabschiedet. Die bisher mit Qt umgesetzten Funktionen werden zukünftig über eine eigene Bibliothek realisiert, in der finalen Version sollen dann Qt oder GTK je nach Umgebung optional geladen werden, um eine bessere Integration in die Desktopumgebung zu ermöglichen. Bisher ist diese Funktion nur für GTK teilweise umgesetzt.
Die zweite größere Änderung ist die Wiedereinführung des video-Elements aus HTML5, das bereits in einer früheren experimentellen Opera-Version umgesetzt worden war. Hier haben sich die Entwickler für das gstreamer-Framework entschieden, so dass unter GNU/Linux alle Codecs abgespielt werden können, für die die entsprechenden gstreamer-Plugins installiert sind. Unter Windows wurde eine minimale gstreamer-Installation in den Browser integriert, die das Abspielen von ogg-Dateien mit den dort gängigen Codecs theora und vorbis unterstützt. Für Mac OS X ist die Videountersützung bis jetzt noch nicht umgesetzt.
Auch wenn bis zur stabilen Version und damit einer stabilen Videounterstützung in Opera noch etwas Zeit vergehen wird, wird Opera damit neben Firefox (ogg), Safari, (h264, ogg zusätzlich installierbar) und Google Chrome (h264 und ogg) der vierte größere Browser sein, der das Video-Element unterstützt und es damit einer breiteren Nutzerbasis verfügbar macht.
Binärpakete der Pre-Alpha stehen für Windows, Mac OS X, sowie GNU/Linux und FreeBSD zum Download bereit, sind jedoch im Moment wirklich nur erfahreneren Nutzern zum Ausprobieren zu empfehlen, da sie unter Umständen garnicht erst starten. (So ging es mir mit den Linux-Builds, das Windows-Build lief dann aber in einer virtuellen Maschine)
7. April 2009, 10:25
Der Videocodec Theora (oft auch als Ogg-Theora bezeichnet) versucht seit geraumer Zeit, eine freie Alternative zu den patentbehafteten Codecs der MPEG und anderer Hersteller zu bieten. Die Software bzw. die nötigen Bibliotheken sind frei (BSD-Lizenz) und es bestehen keine bekannten Patentansprüche, die nicht ebenfalls frei lizenziert sind. Abgesehen vom ideologischen Vorteil galt Theora aber lange Zeit als wenig effizient und schnitt im Vergleich mit aktuellen Codecs auch tatsächlich relativ schlecht ab, da bei der Entwicklung natürlich keine patentbehafteten Verfahren verwendet werden können.
Das könnte sich jetzt jedoch ändern. Schon die Version 1.0, die im November letzten Jahres veröffentlicht wurde, brachte einige Verbesserungen mit sich und vor einigen Tagen wurde eine neue Alpha-Version eines experimentellen Encoders mit dem Codenamen “thusnelda” veröffentlicht, der nach meinen Beobachtungen die Wettbewerbsfähigkeit des Codecs deutlich erhöhen könnte.
Getestet habe ich das Ganze anhand eines 32-bit Kompilats einer Version von ffmpeg2theora, die schon die Alpha-Version des Encoders benutzt und einer 64-bit-Version der selben Software, die den stabilen Encoder der Version 1.0 benutzt. Als Videomaterial habe ich das Freifunk-Video von Freifunk Potsdam in den Auflösungen 960×540 und 1280×720 (h264) gewählt.
Schon beim kodieren mit den Optionen “-a 10 -v 10 –optimize” zeigte sich, dass der thusnelda-Encoder deutlich schneller zu Werke ging und bei gleicher Einstellung niedrigere Bitraten verwendete. Im Endeffekt erhielt ich für das 960×540-Video mit dem stabilen Encoder eine Datei mit 341 MB und mit der Alpha mit 224 MB (Ursprungsdatei: 227 MB) und für die höhere Auflösung mit dem stabilen 629 MB und mit der Alpha 364 MB, (Original: 492 MB) jeweils ohne für mich erkennbaren Qualitätsunterschied.
Man sieht also auf jeden Fall, dass der Codec deutliche Fortschritte macht, auch wenn es sich momentan nur um eine unfertige Alpha-Version handelt. Ich nehme auch an, dass in umfangreicheren Vergleichen Theora immer noch etwas schlechter als h264 abschneiden würde. Auf jeden Fall ist aber eine deutliche Verbesserung zu erkennen, die Theora auch gerade im Rahmen der Unterstützung durch die nächste Firefox-Version zu einer echten Alternative für Videos im Internet machen dürfte.
6. August 2008, 14:01
Mozillas Firefox gilt bei vielen Usern immer noch als DIE Alternative zum Microsoft Internet Explorer. Auch wenn es in letzter Zeit einige Kritik am Browser gab, (etwa wegen der Behandlung von SSL-Zertifikaten) erfreut er sich weiterhin großer Beliebtheit. Nach dem Zeitplan der Mozilla-Entwickler werden am 19.August die Features des Zweigs, der zur Version 3.1 führt, eingefroren. Kurz darauf ist dann mit der ersten Beta zu rechnen.
Mir persönlich gefällt der Firefox immer weniger und ich benutze aus gutem Grund seit einer ganzen Weile stattdessen den Konqueror. Was mich aber an dieser Version begeistert ist, dass Firefox 3.1 höchstwahrscheinlich Unterstützung für die video und audio-Elemente von HTML 5 mitbringen wird und damit verbunden eine Unterstützung für die freien ogg-Codecs theora und vorbis. Damit muss man dann nicht mehr proprietäre Flash-Elemente nutzen, um Videos in Webseiten einzubetten, sondern kann direkt auf freie Formate und Codecs setzen.
Neben Firefox haben dann noch eine Testversion von Opera und Safari eine Implementierung der HTML5-Elemente. Während die Testversion von Opera ebenfalls theora und vorbis unterstützt, nutzt Safari Quicktime, dafür kann die ogg-Unterstützung immerhin manuell nachgerüstet werden.
(via golem.de)