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The Pirate Bay schaltet Tracker offiziell ab

Nachdem der geplante Verkauf an die Firma Global Gaming Factory X vor kurzem gescheitert ist und der Tracker kürzlich auch stark unter Beschuss geriet, haben die Betreiber heute in ihrem Blog die offizielle Abschaltung des Trackers angekündigt.

Als Grund dafür geben Sie nicht etwa die fortgeführten Prozesse der Contentindustrie an, sondern die Annahme, dass trackerlose Technologien wie DHT und PXE mittlerweile weit genug fortgeschritten sind, dass Torrents nicht mehr von zentralen Trackern abhängig sind.

Um diese auch einsetzen zu können, wurden zusätzlich zu den bisher vorhandenen Torrent-Dateien Magnet-Links auf den Seiten plaziert, mit denen die relevanten Daten direkt in den Torrent-Client geladen werden können, ohne dass ein Download der Torrent-Datei notwendig ist. Die Webseite der Piratenbucht ist also von der Abschaltung nicht betroffen, das schon vorhandene Torrent-Verzeichnis wird weiterbetrieben. Somit kann von einem Ende der Piratenbucht, wie es die Musik- und Filmindustrie gerne sehen würde, keine Rede sein.

Zweifel an der Absicht der Torrentpiraten zur Trackerabschaltung lassen allerdings die Tatsache aufkommen, dass der Tracker von OpenBittorrent weiterhin aktiv ist und in den Magnet-URLs die Tracker-URL von PublicBT übergeben wird.

OpenBittorrent war kurz nach Bekanntgabe des Verkaufs der Piratenbucht gestartet und lieferte bis zuletzt die selben Torrents aus, wie zuvor der Tracker von The Pirate Bay. Zeitweise verwies der Tracker sogar direkt auf die selbe IP-Adresse wie The Pirate Bay, die Tracker-URL wurde automatisch in Torrents auf The Pirate Bay eingefügt und es gab Hinweise, dass einer der Gründer an OpenBittorrent beteiligt war.

Ähnlich sieht es nun bei PublicBT aus. Nicht nur, dass beide Seiten eine frappierende Ähnlichkeit aufweisen, die Tracker-Adresse von PublicBT wird momentan ebenso wie die Tracker-Adresse der Piratenbucht zum holländischen Provider Leaseweb aufgelöst. Natürlich sind das nur Hinweise und eine Beteiligung der Piratebay-Macher lässt sich momentan nicht nachweisen, das Tracking der Torrents scheint jedoch auf jeden Fall auch nach Abschaltung der Tracker-URL unter thepiratebay.org zu funktionieren. Ob dezentrale Methoden den Tracker bei Bittorrent dauerhaft ersetzen können, muss sich noch zeigen. Bis jetzt fehlt es auf jeden Fall noch an einem dezentralen Torrentverzeichnis.

The Pirate Bay vor dem Aus?

Lange Zeit schien es, als wäre der weltweit beliebteste Bittorrent-Tracker The Pirate Bay nahezu unangreifbar, seit der Verurteilung der Gründer in Schweden befindet sich die Piratenbucht jedoch unter schwerem Beschuss durch die Rechteinhaberindustrie und auch die völlige Abschaltung des Trackers scheint nicht mehr unmöglich.

Nachdem zunächst der schwedische Porvider Black Internet gerichtlich gezwungen wurde, den Betreibern seine Dienste nicht mehr weiter zur Verfügung zu stellen und auch andere Anbieter vor den Drohungen der Industrie zurückschreckten, musste der Dienst eine neue Heimat finden.

In den früher eher Filesharing-toleranten Niederlanden wollte das zunächst jedoch auch nicht so richtig gelingen. Die dort ansässige Unterhaltungsindustrie-Organisation Brein übte ebenfalls Druck auf die niederländischen Carrier aus, den Tracker wieder vom Netz zu nehmen. Dadurch war die Webseite dann erneut zeitweise nicht mehr erreichbar.

Mittlerweile scheint die Piratenbucht einen neuen Ankerplatz in Form eines Atombunkers gefunden zu haben. Dort sollten die Server theoretisch selbst einen Atomkrieg überleben können, die juristische Bedrohung durch Anwälte der Industrie und Lobbyverbände wurde jedoch bei der Errichtung des Bunkers durch die NATO in den 50er Jahren nicht eingeplant. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist The Pirate Bay nun also vorerst wieder erreichbar.

Nachdem man nun auch den groß angekündigten Verkauf der Domain an die Firma Global Gaming Factory X als gescheitert bezeichnen kann, stellt sich natürlich die Frage, wie lange die Betreiber dem tatsächlichen und juristischen Druck noch standhalten können. Die Reaktion auf die Anklage und Verurteilung lässt darauf schließen, dass die Gründer (die heute offiziell nicht mehr Betreiber der Seite sind) ihr Schicksal eng mit dem des Trackers verknüpft haben und jede Möglichkeit ausschöpfen werden, ob das aber reicht, wird sich noch zeigen.

Dabei muss man natürlich sehen, dass das Ende von The Pirate Bay nicht das Ende des Filesharings oder des Bittorrent-Netzwerkes wäre. Sicherlich würden sich schnell Alternativen bilden und ein Teil der Nutzer auf andere Protokolle ausweichen. Vielmehr ist The Pirate Bay jedoch ein Symbol für den freien Austausch von Daten und ein zentraler Punkt im Kampf der Industrie gegen ihre Kunden, dem man keine zu geringe Bedeutung beimessen sollte.

Piratenbucht in schweren Gewässern

Rund um den schwedischen Bittorrent-Tracker The Pirate Bay überschlagen sich momentan die Ereignisse. Die geplante Übernahme durch die Firma Global Gaming Factory X scheint alles andere als sicher. Zunehmend werden Zweifel laut, ob die Firma den vereinbarten Betrag zahlen kann, die Aktie des Unternehmens ist momentan vom Handel ausgesetzt, der Vorsitzende ist zurückgetreten und die Musikindustrie möchte den Kaufbetrag möglichst direkt beschlagnahmen lassen.

Zusätzlich hat sich dieselbe heute vor Gericht durchgesetzt und damit einen der Bandbreitenprovider (Black Internet) der Piratenbucht dazu gezwungen, die Leitungen zu kappen, woraufhin die Seite seit mehreren Stunden nicht erreichbar ist. Die Betreiber des Trackers haben sich seit langem auf solche Maßnahmen vorbereitet und wollen die Seite in Kürze über einen anderen Anbieter wieder ans Netz bringen.

Die Reaktion fiel dann auch entsprechend hämisch aus. Das Team hinter der Seite weist in einer öffentlichen Stellungnahme darauf hin, dass die Rechteinhaberindustrie Millionen von Dollar und etliche Stunden dafür gebraucht habe, nur um zu erreiche, dass die Seite für 3 Stunden teilweise nicht mehr erreichbar gewesen wäre.

Auch wenn es vom Torrentarchiv bereits ein öffentliches Backup gibt und für den Tracker nach der Übernahme auch eine geben wird, zeigt dieser Vorfall doch, wie angreifbar die Bittorrent-Technologie durch den zentralen Tracker ist. Bei der Frage, ob die Übernahme nun wie geplant durchgeführt wird oder in letzter Minute platzt, hilft wohl nur abwarten.

(via Torrentfreak)

Neues zur Zukunft von The Pirate Bay

Nachdem der Bittorrent-Tracker The Pirate Bay vor kurzem an die schwedische Firma Global Gaming Factory verkauft wurde, war zunächst wenig über die Zukunft der umstrittenen Seite bekannt. Klar war nur, dass die Firma auf eine neue Bittorrent-ähnliche Technologie setzen und das Angebot legal und kommerziell weiterbetreiben möchte.

Wayne Rosso, der durch seine frühere Tätigkeit bei Grokster und beim Aufbau des lizenzierten Filesharing-Dienstes Mashboxx schon über Erfahrung beim Thema Filesharing verfügt und nun für GGF an der Umgestaltung von The Pirate Bay beteiligt ist, gab gegenüber Torrentfreak weitere Details der Zukunftspläne preis.

Nach seinen Angaben wird die Seite in Zukunft nicht mehr öffentlich, sondern nur gegen Zahlung einer monatlichen Gebühr zugängig sein. Diese Gebühr kann durch die Einbindung der eigenen Rechenleistung an ein “Cloud-Network” bis auf null gedrückt werden. Weiterhin will GGF mit der noch nicht veröffentlichten neuen Technologie Traffic einsparen und so auch die Provider entlasten. Das durch die Abbonnements und Werbung eingenommene Geld soll dann dafür verwendet werden, die Rechteinhaber zu entschädigen.

Als Teil des Deals erhält GGF von den Piratebay-Gründern sämtliche Domains, unter denen der Tracker bisher erreichbar ist und eine Kopie des Codes und der Datenbank. Wenn alles klappt, soll der Transfer am Ende dieses Monats abgeschlossen sein.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass der alte Tracker in der einen oder anderen Form weiterleben wird. Schon direkt nach der Bekanntgabe des Verkaufs war aufmerksamen Internetnutzern der Start der Seite Openbittorrent.com aufgefallen, deren Tracker sowohl von den IP-Adressen als auch vom Inhalt her identisch mit der bisherigen Piratenbucht ist. Es ist also durchaus denkbar, dass die Betreiber selbst oder Dritte planen, unter neuer Adresse als reiner Tracker ohne Torrent-Verzeichnis weiterzumachen.

Kommentar: Ich bin skeptisch, ob das neue Konzept für den Tracker aufgehen wird. Die monatliche Gebühr wird sicherlich einige Nutzer davon abhalten, The Pirate Bay weiter zu benutzen. Auch die Idee, die Bezahlung statt Geld über Rechenleistung in einem Cloud-Computing-Netzwerk abzuwickeln, wird wohl nur bei wenigen auf Gegenliebe stoßen. Solange es noch kostenlose frei zugängliche Tracker mit ähnliche Funktionalitäten gibt, dürfte die Piratenbucht schweren Zeiten entgegensehen. Auch ist noch unklar, wie das Angebot des überarbeiteten Trackers letztendlich aussehen wird. Denkbar ist eigentlich nur, dass nur von den Rechteinhabern authorisierte Torrents zugelassen werden. Damit würde das neue Angebot dann einer Kulturflatrate mit sehr eingeschränktem Angebot ähneln. Wenn aber weiter alle Torrents erlaubt wären, hätte das Unternehmen sicherlich nicht genügend Geld, um die ständigen Schadensersatzforderungen der Rechteinhaber zu befriedigen, die bei einem kommerziellen Betrieb des Servers sicherlich eintreffen würden. Für mich hat die Sache bis jetzt den Anschein, als habe sich die Firma von den hohen Nutzerzahlen des Trackers blenden lassen und nicht darüber nachgedacht, dass diese Nutzer schnell verschwinden können, wenn der Tracker seine Attraktivität verliert. Ich lasse mich da aber in der Zukunft gern eines Besseren belehren.

Die Musikindustrie versucht weiter Druck auf The Pirate Bay auszuüben

Trotz des umstrittenen Urteils gegen die Betreiber des Bittorrent-Trackers The Pirate Bay funktioniert der Tracker nach wie vor und zieht immer noch massenhaft Filesharer an. Diese Tatsache ist der Musikindustrie offenbar ein Dorn im Auge, den man noch vor Abschluss des Berufungsverfahrens entfernen möchte. Anders lässt sich die Tatsache, dass der Musikindustrie-Anwalt Peter Danowsky alle juristischen Möglichkeiten versucht, kaum erklären.

Genauer gesagt beantragte dieser nach einem Bericht von dn.se, (englische Google-Übersetzung) den Betreiber weitere Geldstrafen aufzuerlegen, so lange der Tracker weiterhin läuft.

Als Beweis dafür, dass der Dienst ihre Urheberrechte verletzt, legten sie 467 Alben vor, an denen eine der beteiligten Firmen die Verwertungsrechte hält und die über The Pirate Bay verfügbar seien. Außerdem verlangen sie, dass die Betreiber sicherstellen, dass durch sie vertriebene Werke nicht mehr über den Tracker verfügbar sind.

Zusätzlich wird eine Verfügung gegen den den Hoster Black Internet AB, dem es verboten werden soll, ihre Dienste weiter für den Tracker zur Verfügung zu stellen. Dabei soll allerdings keiner der beteiligten Parteien die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben werden, bis die Entscheidung gefällt wurde.

Es bleibt nun abzuwarten, wie das Gericht über den Antrag des Anwalts entscheidet. Auf jeden Fall demonstriert die Musikindustrie damit, wie wichtig es ihr ist, dass The Pirate Bay baldmöglichst verschwindet. Bis zu einer letztinstanzlichen Entscheidung im Hauptprozess dürfte es noch ein paar Jahre dauern und beträfe den Betrieb des Trackers nur indirekt, was möglicherweise ein weiterer Grund für die eingeleiteten Schritte ist. Weder die Vertreter der Musikindustrie noch die Piratebay-Betreiber waren allerdings bereit, die Vorgänge dn.se gegenüber zu kommentieren.

(via Torrentfreak)

Verschiedenes über die Piratenpartei [UPDATE]

Rund um die Piratenpartei hat sich in den letzten Tagen einiges ereignet, das ich hier mal kurz zusammenfassen möchte.

Vor kurzem hat StudiVZ bzw. meinVZ sogenannte “Edelprofile” eingeführt, die neben gut zahlenden Kunden auch Parteien für den kommenden Wahlkampf offen stehen. Dies bildet eine Ausnahme zu den Regeln des Netzwerks, die politische Werbung im Normalfall verbieten. Im Gegensatz zu den üblichen Regeln für Wahlwerbung in anderen Medien, die normalerweise eine Gleichbehandlung der Parteien zum Ziel haben, bekommen auf StudiVZ nur Parteien “Edelprofile”, die im Bundestag vertreten sind. Davon haben diese Parteien mittlerweile auch Gebrauch gemacht. Um dennoch auf StudiVZ präsent zu sein, legte ein Pirat kurzerhand ein normales Profil für die Partei im Netzwerk an, das jedoch kurz darauf mit dem Hinweis, dass Angaben im Profil der Wahrheit entsprechen müssten, gelöscht. Es ist aus meiner Sicht völlig unverständlich, dass die Betreiber eines Netzwerks wie StudiVZ sich einerseits mit speziellen Profilen für die großen Parteien als Wahlkampfplattform positionieren möchten, andererseits aber kleinere Parteien die Möglichkeit der Teilnahme am Wahlkampf verwehren.

Trotz solcher Ärgernisse nimmt die Piratenpartei international und auch in Deutschland weiter Fahrt auf. Nach dem Urteil gegen die Betreiber des Bittorrent-Trackers The Pirate Bay und den Zensurbestrebungen der Bundesregierung hat die deutsche Piratenpartei mittlerweile die Grenze von 1000 Mitgliedern überschritten (die Zahl ergibt sich aus der Summer der Mitglieder der Landesverbände, die offiziellen Zahlen sind leider nicht ganz aktuell) und ist damit unter den Kleinparteien zu einer Größe herangewachsen, die man nicht so einfach ignorieren kann.

In Schweden zeigt sich diese Entwicklung noch deutlicher. Die dortige Piratenpartei konnte in den vergangenen Wochen einen rasanten Mitgliederzuwachs verbuchen und ist dabei, eine größere politische Kraft in Schweden zu werden. Die Jugendorganisation Ung Pirat (Deutsch: Junge Piraten) ist mittlerweile sogar die größte politische Jugendorganisation des Landes. Darüber hinaus könnte die schwedische Piratenpartei einer aktuellen Umfrage zufolge bei der anstehenden EU-Wahl 5,1% der Stimmen und damit mit Sicherheit einen Sitz im EU-Parlament erlangen.

Update: Wie schon in den Kommentaren zu lesen hat sich StudiVZ mittlerweile bewegt und ermöglicht es wohl auch anderen Parteien, sich ein Profil zu kaufen. Ich halte euch auf dem Laufenden, ob die Piratenpartei eins erhält oder nicht.

Schwedische Provider unterlaufen zunehmend IPRED-Gesetz

Seit kurzem gilt in Schweden ähnlich wie in Deutschland ein Gesetz, das den Rechteinhabern einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegen die Provider gibt, um anhand der IP-Adresse an die Identität von Filesharern zu gelangen. Dieses auf einer EU-Richtlinie basierende Gesetz hat nicht nur in der schwedischen Gesellschaft Widerstände hervorgerufen, den schwedischen Internettraffic einbrechen lassen und die Betreiber der Piratenbucht zur Gründung eines eigenen VPN-Dienstes veranlasst, jetzt wehren sich auch die Provider dagegen.

Dabei nutzen sie den Umstand, dass in Schweden im Gegensatz zu Deutschland noch keine Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung der Verbindungsdaten besteht und speichern dieses demzufolge einfach nicht. All Tele und Bahnhof hatten dies schon vor kurzem angekündigt, mit Tele2 hat sich dem nun auch einer der größeren schwedischen Provider angeschlossen. Mit der Maßnahme will Tele2 beispielsweise den Schutz der Privatsphäre der Kunden stärken, denn nicht vorhandene Daten kann man auch nicht herausgeben.

Dennoch haben sich dem noch nicht alle Provider angeschlossen. Der schwedische Parlamentsabgeordnete Karl Sigfrid beispielsweise erhielt auf seine Anfrage nach einem Speicherungsstopp eine Ablehnung seitens seines Providers Bredbandsbolaget mit der Begründung, die Speicherung der Daten diene der Sicherheit der Kunden. Mit Telia soll sich ein weiterer größerer Provider ähnlich positioniert haben.

(via heise)

Neue Entwicklungen im Piratebay-Prozess

Dass der Prozess gegen die Macher hinter dem Bittorrent-Tracker The Pirate Bay mit dem Urteil vom 17.April längst nicht zu Ende sein würde, war klar. Die heutigen Entwicklungen kamen allerdings etwas überraschend. Nach verschiedenen Medienberichten soll der vorsitzende Richter des Verfahrens Mitglied in mehreren Lobbyverbänden der Medienindustrie sein, die sich für eine Verschärfung des Urheberrechts einsetzen und zu denen auch mehrere der im Verfahren beteiligten Industrieanwälte gehören. Nachdem diese Details bekannt wurden, soll das Urteil nun wegen Befangenheit des Richters angefochten werden.

Der Musikindustrieverband IFPI, der zwischenzeitlich mit virtuellen Attacken von Piratebay-Anhängern zu kämpfen hatte, versucht in der Zwischenzeit mit Hinweis auf das Urteil die schwedischen Provider zur Zensur der Piratenbucht zu bewegen, was diese momentan glücklicherweise ablehnen.

(via Futurezone, Torrentfreak und gulli)

Vorläufiges Urteil im Piratebay-Prozess: 1 Jahr Haft für Jeden

Der spektakuläre Prozess gegen die Betreiber des Bittorrent-Trackers ist heute mit einem – gemessen am bisherigen Prozessverlauf – überraschenden Urteil zu Ende. Alle Angeklagten wurden wegen Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung zu einem Jahr Haft und einer erheblichen Schadensersatzzahlung (30 Millionen Kronen enstrpicht etwa 2,7 Millionen Euro) an die Medienindustrie verurteilt. Allerdings war bereits gestern durchgesickert, dass die Angeklagten verurteilt werden. Als Grundlage für das Urteil wurde vor allem die “ausgefeilte Suchfunktion” der Seite genommen, die als Beihilfe gewertet wurde. Generell ging das Gericht aber davon aus, dass auch die reine Benutzung der Seite illegal wäre.

Das Urteil wurde erwartungsgemäß von den Vertretern der Rechteverwerterindustrie, die sich mit ihrem Spiel “Schadenssummen erfinden (es ging im Prozess immerhin nur um nur um den unlizenzierten Tausch von 20 Musikstücken, neun Filmen und vier Computerspielen) vorläufig durchgesetzt hat, begeistert begrüßt.

Die Torrentpiraten sehen das Urteil hingegen eher gelassen, kündigten an, gegen das Urteil in die nächste Instanz zu gehen und das geschehen eher als politisch motiviertes Theater zu sehen und kommentierten auf ihrer Webseite: “Aber in allen guten Filmen verlieren die Helden am Anfang, haben aber am Ende trotzdem einen epischen Sieg. Das ist das einzige, was Hollywood uns jemals gelehrt hat.”

Auf der auf das Urteil folgenden Pressekonferenz erklärte ein Vertreter der Torrentpiraten, dass er nicht damit rechne, dass es letztendlich zu einer Haftstrafe kommt. Die folgenden Prozesse in höheren Instanzen könnten nach seiner Ansicht noch vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen und dort hätten die Angeklagten bessere Chancen, da die schwedischen Gerichte in höherer Instanz gerechtere Urteile fällten. Auf die Schadensersatzzahlungen angesprochen erklärte er sinngemäß, er habe das geforderte Geld nicht, aber selbst wenn er es hätte, würde er lieber sein gesamtes Eigentum verbrennen, als es der Rechteverwerterindustrie in den Rachen zu schmeißen.

Wir dürfen uns also auf einen langwierigen Prozess einstellen, in dem das Urteil revidiert werden könnte. Die Signalwirkung, die das heutige Urteil bezüglich der Legalität der Bittorrent-Technologie setzt, könnte jedoch vorläufig erstmal fatal sein.

(via Futurezone, gulli und The Pirate Bay)

The Pirate Bay lädt zur Pressekonferenz

Am Freitag den 17.04.09 wird das mit Spannung erwartete Urteil gegen die Betreiber des Bittorrent-Trackers The Pirate Bay fallen. Auch wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass die unterlegene Partei in die nächste Instanz gehen wird, wird von dem Urteil doch ein Signal über Schweden hinaus bezüglich der Legalität der Bittorrent-Technik und der Tracker ausgehen.

Um die Presse direkt nach Ende des Prozesses mit Informationen zu versorgen, laden die Betreiber der Seite am Freitag 13:00 Uhr Ortszeit alle Interessierten zu einer virtuellen Pressekonferenz ein, die über die bereits früher benutzte Flash-basierte Streamingplatform Bambuser abgehalten wird. Die konkrete URL wird am Freitag wenige Minuten vor Beginn der Pressekonferenz auf der Startseite des Trackers veröffentlicht.